| Holzmarktbericht 1-2012 |
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| Freitag, 03. Februar 2012 um 00:00 Uhr | |
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Ein Ländervergleich zeigt eindrücklich, Mitteleuropa hat den teuersten Rohstoff. Die finnische Regierung veröffentlichte Schätzungen zu den Winterstürmen. Der Schaden für die Forstwirtschaft wird auf 120 Mio. € beziffert. Die Holzmarktpartner der Ostschweiz belassen ihre unterschiedlichen Richtpreisempfehlungen für Nadelrundholz auf dem Niveau vom Oktober 2011. Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist gross. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz.
Internationale Holzmärkte Um 2% im 4. Quartal 2011 habe das Bruttoinlandbrodukt (BIP) in China gegenüber dem Vorjahresquartal zugelegt, informieren die Analysten der DekaBank in Deutschland. Beim Rund- und Schnittholzbereich wird China auch im 2012 die Position als grösster Holzabnehmer halten können. Leider profitieren die Europäischen Lieferanten nur sehr wenig davon. Das Preisniveau ist für europäisches Holz viel zu tief. Zum Zuge kommen vorallem Kanada, Nordamerika und Russland. Diese Länder verfügen über grosse Mengen Holz zu sehr günstigen Preisen. Alleine im Westen Nordamerikas wird es noch in den nächsten fünf bis sieben Jahren ausreichend Käfer- oder Schadholz geben, welches zu günstigen Preisen nach China exportiert werden kann.
Mitteleuropa mit teuerstem Rohstoff Der Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland erhob im 2011 die weltweiten Rohstoffpreise. Der Ländervergleich zeigt eindrücklich, wie gross die Diskrepanz bei den Fichtenrundholzpreisen ist. Das mit Abstand niedrigste Preisniveau wiesen Russland und Kanada auf. Während sich die Fichte im Leitsortiment der Stärkeklasse 2 b beispielsweise in den skandinavischen und baltischen Ländern in einem Preisrahmen von 50 - 60€ bewegte, lag der Preis in der DE-AT-CH-Region jenseits von 90€ je fm. Dabei belegte Deutschland im Ländervergleich mit deutlichem Abstand den Spitzenplatz. Starker November für Japan-Export. Mit 271`000 m3 lieferten europäische Sägewerke im vergangenen November um 7% mehr Nadelschnittholz und Hobelware als im November 2010. Die grössten Zuwächse von Januar bis November erreichten Österreich (+18% auf 411`000 m3) und Finnland (+16.9% auf 836`000 m3). Experten schätzen den Japanmarkt für das Jahr 2012 als nicht schlecht ein. Es könnte gegen 850`000 Wohneinheiten geben, was einem leichten Anstieg zum Vorjahr entsprechen dürfte. Japan finanziert sich im Wesentlichen selber und ist daher trotz hoher Staatsverschuldung, noch nicht so stark von der derzeitigen Schuldenkrise betroffen wie etwa europäische Länder. Skandinavien Die finnische Regierung veröffentlichte Schätzungen zu den Winterstürmen. Laut Schätzungen dürften rund 3.5 Mio fm geworfen sein. Am stärksten betroffen war Südfinnland und Karelien. Der Schaden für die Forstwirtschaft wird auf 120 Mio. € beziffert. Die betroffenen Wälder waren grösstenteils noch sehr jung. Mancher wurde erst kurz zuvor durchforstet. Der Schaden für die Waldbesitzer ist darum enorm. Für die finnische Holzindustrie seien aber die Mengen zurzeit kaum zugänglich, da die feuchten Waldböden bei den herrschenden Plusgraden nicht befahrbar sind. In Schweden spricht man von 4 bis 5 Mio. fm Strumholz. Gemeldet wurden vorallen Streuschäden. Grossflächige Schäden gibt es keine. Die Menge ist für den Markt nicht relevant. Als Vergleich wurden im Jahr 2005 alleine in Südschweden 75 Mio. fm durch den Sturm Gundrun zu Boden gefegt. Deutschland Nach der entgültigen Schliessung der Papierfabrik Albbruck / DE wird der Eigentümer UPM, Helsinki einige Teile der Anlage abbauen und im bayerischen Werk Plattling wieder aufbauen. Die Schliessung von Albruck wird sich auf alle 508 Mitarbeiter auswirken. Die Personalkürzungen werden zum 31. Januar erfolgen. Gemäss Statistischem Bundesamt wurden von Januar bis Dezember 2011 715`348 fm Buchenrundholz exportiert (+15,7%). Grösster Abnehmer war China. Beim Buchenschnittholz wurde in der gleichen Zeitspanne 367`000 m3 exportiert. Hauptabnehmer war auch hier mit 119`000 m3 China. Sämtliche Exportzuwächse waren auf den Osten zu verzeichnen. Stark nachgegeben haben die traditionellen Märkte Holland, Grossbritannien und Italien. In Bayern und Baden Würtemberg gingen die Rundholzpreise leicht zurück. Dabei liegen die Preise für Fichtenträmelholz B-Qualität Stkl. 2b zwischen 93 bis 96 € (112 bis 115 CHF). Für Fichte Langholz liegen die Preise der B-Qualität bei 99 bis 102 € (118 bis 122 CHF). Die Verträge wurde mehrheitlich über das erste und zweite Quartal abgeschlossen. Österreich Die Versorgungslage der Tiroler Holzindustrie ist zurzeit gut. Durch den starken Schneefall bis in die Tallagen, musste die Holzernte grösstenteils eingestellt werden. Dies dürfte mittelfristig zu Versorgungsengpässen führen. Es wurden bislang nur wenige neue Verträge abgeschlossen. Das Hauptsortiment Fichte Trämel L1 Qualität BC Stkl. 2a – 3b liegt zurzeit bei etwa 93 € (111 CHF). Bis Ende Oktober 2011 lagen die Nadelschnittholzexporte der österreichischen Holzindustrie, mit 4.7 Mio. m3 um fast 7% unter dem Vorjahr. Über 60% (2.9 Mio. m3) gingen nach Italien. Für das Jahr 2012 wird wieder mit leicht steigenden Einschnittmengen gerechnet. Italien In Italien sind ab sofort Holzbauten über vier Geschosse ohne Sondergenehmigung möglich. Die am 6. Dezember beschlossene Änderung des Artikels 52, Gesetz Nr. 380, macht dies möglich. Der Erwerb der Sondergenehmigung war bislang sehr aufwendig, heisst es auf rinnovabili.ti. Die Gesetzesanpassung könnte dem Holzbau in Italien neuen Auftrieb geben. Zudem geniesst der Holzbau zunehmend einen guten Ruf im Bezug auf Erdbebensicherheit. Thema Nummer eins in Italien ist und bleibt der Dauerbrenner Liquidität. Viele Banken wissen nicht wie sie mit der Krise umgehen sollen. Die Sollzinsen sind für Unternehmen bei einer Bank schon auf 12 bis 13% gestiegen. 7 bis 8% seien Durchschnitt. Dies verunmöglicht den Firmen ihre Lager zu füllen. Die Kredite sind einfach nicht mehr finanzierbar. Die Folge davon ist, dass nur noch Rundholz geordert wird, wenn feste Bestellungen auf der Kundenseite bestehen. Die Zahlungmoral hat sich in den letzen 2 Jahren laufend verschlechtert. Sehr schwierig dürfte das Jahr für die italienische Möbelindustrie werden. Der Möbelkauf ist bei den Konsumenten in der Priorität ganz nach hinten gerutscht. Dies widerspiegelt sich im schwierigen Buchenmarkt, da die Buche in der Qualität B hauptsächlich für die Produktion von Möbeln verwendet wird. Der starke Schweizer Franken veranlasst die italienischen Unternehmen zudem immer mehr ihre Einkäufe im EU-Raum zu tätigen, um dem schlechten Wechselkurs zu umgehen. Schweiz
Die Schweizer Holzmarktkommision tagte am 17. Januar. Beide Parteien waren sich soweit einig, dass die derzeitigen Preise bestehen bleiben sollen. Die angekündigte Preisstabilität wird die allgemeine Unsicherheit beim Waldeigentümer, im Bezug auf die künftige Wirtschaftsentwicklung, etwas glätten. Die Firma Pavatex investiert 60 Mio. € in einen dritten Produktionsstandort in Golbey, Frankreich. Das Werk kommt inmitten der waldreichen Vogesen zu liegen. Die Anlage wird von der Firma Siempelkamp geliefert. Erzeugt werden sollen Holzfaserdämmstoffe. Die Kapazität wird bei 50`000 to/Jahr liegen. Der Ausstoss soll die Produktion der beiden Schweizer Werke in Fribourg und Cham ergänzen. Die Inbetriebnahme ist auf 2013 gelpant. Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat anfangs Jahr eine erste Schadenerhebung der Winterstürme Joachim und Andrea veröffentlicht. Betroffen sind vorallen die Kantone Basel, Bern, Fryburg und Wallis. Insgesamt fielen rund 200`000 fm Sturmholz an. Im Bezug auf die prozentuale Holznutzung liegen die Schäden aber im einstelligen Prozentbereich und werden die Marktlage nicht negativ beeinflussen. Ostschweiz
Aussichten Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist gross. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen jetzt beliefert werden. Die Waldwirtschaft sollte die Zeit nutzen und bei Nachfrage Holz bereitstellen. Die Holzvermarktungsstelle hat für sämtliche Sortimente viele gute und langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Holzvermarktungsstelle melden. Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail:
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. Industrieholz Die Anfuhrkontingentierung bei Kronospan in Menznau hält weiter an. Die Waldlager dürften beim Industrieholz weiter ansteigen. 1.Klasse Schleifholz soll demzufolge sauber von der 2.Klasse Plattenholz getrennt gelagert werden. Die Lieferungen an die Papierindustrie mit frischem Schleifholz laufen planmässig.
Dringende Empfehlung Frisches Nadelrundholz auf den Markt bringen, sofern die Übernahme gesichert ist und die Zahlungsbedingungen stimmen. Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz). Laubnutzholz, speziell Buche nur noch aufrüsten, wenn feste Abnahmevereinbarungen mit den Käufern erfolgt sind. Wertholzsubmissionen SG / Bodensee-Holzgant TG Termine für die Plätze Henau, Buchs und Kaltbrunn: Frist für Offerteingabe an die Verkaufsleitung ist der 26. Februar 2012 Im Kanton Thurgau findet die 11. Bodensee-Wertholz-Versteigerung am 6. März 2012 in der Bürgerhalle Tägerwilen statt.
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